Encasing: Schutzüberzug für Matratze, Decke oder Kissen

Wer Hausstaubmilben allergisch reagiert, kennt vielleicht dieses allmorgendliche Gefühl: Die Nase ist verstopft oder trieft, manchmal jucken die Augen. Ein, zwei, drei Niesattacken wecken einen auf. Experten sagen, dass dieser Zustand nicht auf Dauer anhalten muss. Denn es gibt Methoden, mit denen sich die Allergieauslöser verringern lassen. Milben halten sich gerne in der Matratze auf, weil sie dort optimale Lebensbedingungen vorfinden. In ihrem Kot stecken die Allergene, auf die mancher empfindlich reagiert. Daher ist die wichtigste Maßnahme: Milben im Bett das Leben schwer machen.

„Encasings halte ich für sehr sinnvoll“, sagt Professor Jörg Lindemann, Allergologe und Oberarzt an der HNO-Klinik der Uniklinik Ulm. Bei einem Encasing handelt es sich um einen Schutzüberzug, der über die Matratze, das Kissen oder die Bettdecke gezogen wird. Er ist so feinmaschig gewebt, dass der Milbenkot weitestgehend unter dem Schutzbezug verbleibt und nicht aufgewirbelt wird, wenn Sie sich imSchlaf herumwälzen oder morgens das Bett machen. Außerdem rieseln feine Hautschuppen, die jeder Mensch absondert, nicht durch das Bettlaken. Sie sind Nahrungsquelle der Milben.

Encasings finden Sie zum Beispiel in Sanitätshäusern . Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Überzug eine hohes Partikelrückhaltevermögen aufweist. „Ein guter Schutzbezug hält Teilchen zurück, die kleiner als 0,5 Mikrometer sind“, meint Lindemann. Denn so winzig kann Milbenkot sein. Bei einem derart dicht gewebten Material besteht die Gefahr, dass es kaum Luftaustausch ermöglicht und Sie nachts vermehrt schwitzen. Angaben wie „luftdurchlässig“ oder „atmungsaktiv“ sollten daher unbedingt auf dem Produkt stehen. Ein Reißverschluss erleichtert das Beziehen und bewirkt, dass kaum Allergene nach außen gelangen.

Überziehen Sie nicht nur die Matratze mit einem milbendichten Bezug, sondern auch Kissen und Bettdecke. Denn auch darin halten sich Milben auf. Hat ein Arzt bei Ihnen zweifelsfrei eine Hausstaubmilbenallergie nachgewiesen, beteiligt sich die Krankenkasse oft an den Kosten oder übernimmt sie in manchen Fällen sogar ganz. Klären Sie dies daher unbedingt mit Ihrem Versicherer, bevor Sie ein Fachgeschäft aufsuchen. Einige Kassen kooperieren mit verschiedenen Herstellern und Geschäften, in denen Sie das Encasing erhalten. Die Bezüge kosten – ohne Erstattung – häufig über hundert Euro. Weisen Sie darauf hin, wenn Sie in einem Doppelbett schlafen oder zwei Matratzen haben. Ein halbes Encasing bringt nichts!

Milbendichte Bezüge: Wie oft waschen?

Waschen Sie die milbendichten Bezüge nicht zu oft, rät Lindeman:. „Sonst wirken sie weniger effektiv.“ Drei- bis viermal pro Jahr reiche aus. Allerdings sind sich Experten nicht ganz einig, welcher Zeitabstand hierbei der sinnvollste ist. Nach zwei bis drei Jahren empfiehlt sich ein neuer Schutzüberzug. Kissen und Bettdecke sollten Sie regelmäßig reinigen. Bevorzugen Sie Synthetikfasern, die sich bei 60 Grad Celsius waschen lassen. Diese Temperatur tötet Milben ab.

Federn hält der Allergologe als Füllung für problematisch, da sich die Spinnentiere darauf gerne niederlassen. Hochwertig verarbeitete Daunenkissen oder –decken gelten dagegen als eher milbenarm. Rosshaarfüllungen – zum Beispiel in der Matratze – eignen sich nicht, da sensible Menschen darauf zusätzlich eine Allergie entwickeln können. Alle zwei bis drei Jahre sollten Sie sich neue Bettwäsche zulegen. Bettlaken und –bezüge stecken Sie am besten regelmäßig in die Waschmaschine. Denn darauf lagern sich die Hautschuppen ab.

Vergessen Sie nicht die Matratze. Saugen Sie diese jedes Mal ab, wenn Sie das Bettzeug wechseln. Der Staubsauger sollte „für Allergiker geeignet“ sein. Das bedeutet, er enthält einen besonders dichten Filter, der den Milbenkot im Gerät zurückhält. Stellen Sie die Matratze im Winter, wenn es Minusgrade hat, öfters auf den Balkon. Ebenso die Bettwäsche. Milben mögen keine Kälte.

Wichtig: Der Allergiker selbst sollte möglichst weder die Bettwäsche wechseln noch das Encasing anbringen. Denn bei dieser Prozedur werden die Allergene aufgewirbelt und können eingeatmet werden. Dies gilt auch für Putz- und Staubsaugaktionen.

Urlaub in verstaubten Betten?

Vermiesen Sie sich nicht den Urlaub, indem Sie dort in verstaubten Betten schlafen. „Fragen Sie immer nach einem Zimmer, dass für Allergiker geeignet ist“, sagt Lindemann. Gute Hotels halten für solche Fälle häufig Schutzbezüge bereit. Alternativ können Sie Ihr eigenes Encasing mitnehmen.